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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Thursday, 15. November 2018 · 10:02 Uhr
 
 
 

Sommerzeit - Welpenzeit!

Im Juli startet Kurs im Kleintierzentrum Erdweg

Das neue Familienmitglied sollte man nicht überfordern, sondern ihm Sicherheit vermitteln um einen gelassenen Hund zu erziehen. (Foto: Kleintierzentrum Erdweg)

Kommt ein Welpe ins Haus, erobert er meist die Herzen im Sturm. Aber er stellt das bisherige Leben auch vollständig auf den Kopf! Und nicht selten übernehmen die Glückshormone, die ein kleines pelziges, tapsiges Wesen mit kugelrunden Augen in Wallung bringen, das Ruder unseres Verstandes. Wir sind so verliebt, dass wir nicht mehr handlungsfähig sind. Nur noch ein Ziel beherrscht unseren Verstand: das neue Familienmitglied zum glücklichsten Vierbeiner dieser Welt zu machen.

Dann, nach einer Weile - so nach ein bis zwei Jahren wachen wir auf und fragen uns, wo sind wir falsch abgebogen? Wer hat dieses distanzlose, unentspannte, leinenzerrende, beim Tierarzt wie ein Löwe kämfendes Unwesen, welches uns fremdschämen lässt, kreiert?

Die gute Nachricht: es muss so nicht kommen! Viel wichtiger als die typischen Dressuraufgaben wie Sitz und Platz, ist es, einem Welpen Gelassenheit zu signalisieren. Gelassenheit zu bewahren, wenn diverse Geräusche im Haushalt auftauchen, die der Welpe bisher vielleicht beim Züchter noch nicht kennengelernt hat. Möglichst auf unterschiedliche Menschen, egal ob Rentner, Kind oder Erwachsen, männlich oder weiblich, mit oder ohne Kopfbedeckung et cetera zu treffen und diese Erlebnisse positiv zu verknüpfen.

Bei einem gezielten Gang in die Stadt, vielleicht nicht unbedingt zu den Stoßzeiten, kann ein junger Hund lernen, sich auch mal zurück zu nehmen und zu erfahren, dass, egal wie bedrohlich etwas anfangs erscheinen mag, der eigene Besitzer einem beisteht und die Situation regelt.

Und so wäre es auch erstrebenswert, einen jungen Hund von Anfang an einen entspannten Tierarztbesuch zu gewöhnen. Dies lässt sich zum Einstieg ganz leicht regelmäßig in den heimischen Wänden auf dem Sofa üben. Binden Sie gerne auch Familienmitglieder und Freunde dafür ein. Nehmen Sie den Welpen auf den Schoß oder setzen sich zu ihm auf den Boden. Dann schauen Sie einfach mal in die Ohren, ziehen behutsam mit dem Daumen das Unterlid nach unten, so dass Sie die rosarote Bindehaut sehen, klappen die Lefze nach oben, so dass Sie die Schleimhäute und Zähne anschauen können. Fassen Sie die Pfoten an, greifen in den Zwischenzehenbereich, begutachten die Krallen, die Ballen und Zwischenballenbereiche. Gehen Sie dabei vor als seien es ganz gewöhnliche Handlungen, die Sie auch gerne in Ihr tägliches Streichelritual mit einbinden können.

Und besuchen Sie uns Tierärzte gerne im Rahmen unserer Sprechstunden einfach so, zum Wiegen oder zum Sitzen im Wartezimmer. Wir Tierärzte, aber auch unsere veterinärmedizinischen Assistentinnen freuen sich immer über Welpenbesuch und verteilen gerne Leckerlis und Streicheleinheiten - ganz umsonst. Denn auch wir schätzen entspannte Vierbeiner! Schauen Sie also einfach vorbei im Kleintierzentrum in Erdweg, Vollerweg 21 in Erdweg. Und sollten wir Ihr Interesse geweckt haben, im Juli startet unser Welpenkurs mit Tierärztin und  Hundetrainerin Dr. Nadja Dertinger - melden Sie sich einfach bei uns!