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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Sunday, 24. September 2017 · 17:38 Uhr
 
 
 

Spurensuche im Galgenmoos

Stadtteilbegehung der Frauen-Union Dachau

Durch den Stadtteil Augustenfeld führte die Wanderung der Frauen Union. (Foto: FU Dachau)
 

Der Dachauer Stadtteil Augustenfeld, der bis 1939 ein Stadtteil mit eigenem Bürgermeister war und benannt nach einer der schönsten Bayerischen Prinzessinnen – Auguste, Amalie, Ludovica, Tochter von Max I. Joseph – ist, war Ziel einer Stadtteilbegehung der Frauen-Union Dachau. Gästeführerin Anni Härtl entführte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf eine Zeitreise.

Kurfürst Max IV. Joseph beschloss das Galgenmoos zu kultivieren. Einheimische zeigten für die viele schwere Arbeit kein Interesse, so wurden Siedler aus dem Bayerischen Wald um Viechtach, Zwiesel und Cham gesucht und auch gefunden. Eine Mustersiedlung wurde geschaffen.

Ende des 19. Jahrhunderts entdecken Künstler die Moosschwaige. Die Große Moosschwaige, die heute zum Ignatz-Taschner-Gymnasium gehört, wurde vom Künstlerpaar Elli Hirschfeld und Olav Petersen vor und während des ersten Weltkriegs bewohnt. Elli Hirschfeldt hat sich mit Koch- und Gartenbüchern einen Namen gemacht. Dazu war sie eine begnadetet Orchideen-Züchterin. In der gegenüberliegenden Jugendstil-Villa hat der Maler Hans Wilke gewohnt. Wilke war Gründer der Künstler-Vereinigung Dachau. Die zwei großen Atelierfenster, die liebevoll erhaltenen Jugendstielfenster und Klingelschilder im Eingangsbereich konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom romantischen Garten der Villa aus bewundern.

Der Spaziergang ging weiter entlang des Schleißheimer Kanals, vorbei an den Reihenhäusern, die vom Bauverein der damaligen Pulver-und Munitionsfabrik gebaut wurden zur Kleinen Moosschwaige, die um 1800 als Bauernhof erbaut wurde und heute ebenfalls Künstler-Ateliers beherbergt. Diese wurden 1978 durch die Stadt in helle, hohe Räumlichkeit umgebaut, in denen vier Künstler arbeiten und auch ihre Kunstwerke zeigen. Einen Blick in das Atelier des Malers Gebhard Schmidl durften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werfen.

Die Pfarrkirche St. Peter mit den Wandmalereinen im Altarraum und den vierzehn Kreuzweg-Stationen im Kirchenschiff, gemalt von Otto Graßl, sind Zeugen des Stils der fünfziger Jahre.

Am Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges, das der Künstler Josef Jost im Auftrag der Gemeinde Augustenfeld gestaltete, endetet der Spaziergang. Anni Härtl füllte die Geschichte Augustenfelds mit interessanten Geschichten und launigen Anekdoten.