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Thursday, 21. June 2018 · 00:24 Uhr
 
 
 

Söder will mit Heimatverbundenheit punkten

Auftritt des Ministerpräsidenten in Markt Indersdorf/Kritik an PAG

Markus Söder schüttelte viele Hände bei seinem Einzug ins Indersdorfer Bierzelt. Links die Landtagsabgeordneten Bernhard Seidenath und Anton Kreitmair. (Foto: Sebastian Leiß)

Ministerpräsident Markus Söder ist letzten Montagabend, den 14. Mai, zu einer Kundgebung nach Indersdorf gekommen. Zu den Klängen des Bayerischen Defiliermarsches schritt er durchs Zelt auf dem Volksfestplatz zur Bühne – und schüttelte auf dem Weg jede Menge Hände. Rund 1.800 Zuhörer verfolgten die Rede des neuen bayerischen Regierungschefs, in der er vor allem auf die Zuwanderungs- und Innenpolitik einging und dabei auch das neue Polizeiaufgabengesetz (PAG) verteidigte.

Eine Gruppe von rund zehn jungen Erwachsenen protestierte im Zelt unangekündigt gegen das PAG und hielt friedlich zwei Banner mit der Aufschrift »FCK CSU« und »KOA PAG« in die Höhe – zum Missfallen der Ordner der Jungen Union und benachbarter Zuhörer. Einige davon beschimpften die Kritiker teils lautstark.

Söder sprach etwa 45 Minuten und garnierte seine Rede mit einer Portion Selbstironie und amüsanten Anekdoten, was immer wieder für Heiterkeit und Zwischenapplaus sorgte. Auf das Ziel der CSU, die absolute Mehrheit bei der Landtagswahl im Herbst zu verteidigen, ging Söder nur indirekt ein. Vor allem an die FDP gerichtet, erkläre er, dass diese nicht erwarten dürfe, sich »in München an den gedeckten Tisch zu setzen«.

Der Ministerpräsident verteidigte seinen Erlass zum Aufhängen von Kreuzen in Landesbehörden und bekräftigte, dass jeder Asylbewerber ohne Bleiberecht sofort das Land verlassen müsse. Das Wort »Rechtsstaat« fiel dabei häufig. Im Hinblick auf das PAG verkündete Söder: »Für Verbrecher wollen wir eine No-Go-Area werden!«

Der Ministerpräsident betonte zudem mehrfach seine Heimatverbundenheit – unterstreichen sollte das wohl auch sein Auftritt in legerer Jeans und Leder-Janker sowie der letzte Satz seiner Rede mit einem aus dem Fernsehen bekannten, aber fränkisch intonierten: »I bin der Markus und do bin i daham«.