-0.15°C

Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Monday, 22. January 2018 · 11:12 Uhr
 
 
 

Leserbrief von Dr. Edgar Forster

Arbeit in grüner Innenstadt? Irrealitätsspiele um das MD-Gelände

Eine frühere Stadträtin war für einen Bürgerinnen- und Bürgerpark auf dem Gelände der ehemaligen Dachauer Papierfabrik. Das Bündnis für Dachau ist für das absolute Gegenteil, ein Gewerbegebiet. Und alles am Rande der schönen Dachauer Altstadt. Und so etwas läuft unter dem Stichwort Bürgerbeteiligung.

Vielleicht sollte man hier einige Tatsachen einer sozialen Marktwirtschaft zusammenfassen.

1. Der Stadtrat hat die Planung-Hoheit.

2. Die Grundstückseigentümer haben die Bau-Hoheit.

3. Die Banken haben die Finanz-Hoheit.

Nur wenn alle drei Kräfte zusammenwirken, wird ein neuer, schöner, lebenswerter Stadtteil entstehen, eine Erweiterung unserer Altstadt. Wer jetzt grün-graue Illusionen weckt, wird nur Enttäuschungen ernten.

Schon die bisherige Bürgerbeteiligung litt darunter, dass die Finanz- und Organisationskraft der Großen Kreisstadt Dachau völlig überschätzt wurde. Der Stadtrat ist willig in der Übernahme von Bürgerwünschen, aber er ist nicht allmächtig und Geld ist immer zu wenig. Manche wissen es noch nicht: Geld kann man nur einmal ausgeben.

Überlegt man, welch riesigen Personen- und Güterverkehr ein Gewerbegebiet im Inneren der Stadt Dachau auslösen würde, so darf man Angst kriegen. Bedenklich ja gefährlich finden wir einen Vorschlag des Bündnisses: den Verzicht auf die Entgiftung des MD-Geländes. Bisher dachten wir, das Bündnis ist ein grüner Verein. Irrtum, das Gift bleibt demnach im Boden. Möchten sie dort arbeiten?

Ich bin mir sicher, die Bürger bleiben auf dem Boden der Tatsachen. Das Bündnis für Dachau sollte dorthin zurückkehren.

Dr. Edgar Forster für die Freien Wähler Dachau

(Der Leserbrief gibt ausschließlich die Meinung des Verfassers wieder.)