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Sunday, 18. August 2019 · 04:36 Uhr
 
 
 

Herzenssache

Kardiologie-Team trägt Rot

Das Team der Kardiologie mit Chefarzt Privatdozent Dr. med. Bernhard Witzenbichler. (Foto: Helios)

Ob rote Hemden oder rote T-Shirts – der 1. Februar stand in der kardiologischen Abteilung des Helios Amper-Klinikums Dachau ganz im Zeichen der Farbe Rot. Die Mitarbeiter beteiligten sich am »Zieh-etwas-Rotes-an-Tag« der American Heart Association. Als Zeichen der Verbundenheit trugen sie verschiedene rote Kleidungsstücke. »Mit dieser Aktion möchten wir auf die hohen Zahlen von Herzerkrankungen, gerade bei Frauen, aufmerksam machen«, sagt Privatdozent Dr. med. Bernhard Witzenbichler, Chefarzt Kardiologie und Pneumologie am Helios Amper-Klinikum Dachau. »Viele Menschen gehen auch heute noch davon aus, dass Herzerkrankungen wie zum Beispiel Herzinfarkt oder Herzschwäche nur Männer betreffen. Es ist zwar richtig, dass mehr Männer durch einen Herzinfarkt bedroht sind. Doch Frauen sterben insgesamt tatsächlich häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen«, so der Experte.

Laut der Deutschen Herzstiftung kommen in Deutschland jedes Jahr über 115.000 Frauen aufgrund einer Herzerkrankung zu Tode. Herzschwäche und Schlaganfall sind dabei die Todesursachen Nummer eins. Frauenherzen erkranken anders Schuld daran sind die anatomische Struktur des Organs sowie die Reaktionen auf Hormone, Medikamente und Stress. »Frauenherzen erkranken anders – es gibt andere Alarmzeichen«, erklärt Dr. med. Witzenbichler.

So macht sich ein Herzinfarkt normalerweise durch Schmerzen im Brustraum bemerkbar, die in Oberbauch, Schultern, Rücken, Hals und Kiefer ausstrahlen können. Bei Frauen hingegen kann ein Herzinfarkt auch Kurzatmigkeit, Übelkeit und Erbrechen verursachen. Anstatt der typischen starken Schmerzen im Brustbereich bemerken sie eher ein Druck- oder Engegefühl in der Brust. Im Gegensatz zu Männern berichten Frauen oft erst auf Nachfrage über diese Beschwerden. Auch Herzmedikamente können beim weiblichen Geschlecht anders wirken als beim männlichen, zudem treten Nebenwirkungen bei Frauen insgesamt häufiger auf als bei Männern. Der Experte rät deshalb: »Es ist wichtig, dass auch Frauen regelmäßig ihr Herz untersuchen lassen und über diese eher unspezifischen Symptome aufgeklärt werden.«

Zudem sei es von großer Bedeutung, etwas gegen schlechte Lebensgewohnheiten wie zu wenig Bewegung, starkes Übergewicht, mangelhafte Ernährung oder das Rauchen zu tun. Denn diese Faktoren begünstigen Herzerkrankungen.