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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Sunday, 21. October 2018 · 05:28 Uhr
 
 
 

Finanzamt beteiligen

Kosten rund um Geburt

Vor lauter Freude über eine Geburt sollten die Eltern in keinem Fall die finanziellen Aspekte außer Acht lassen, betont Carsten Friese, Beratungsstellenleiter der Lohi (Lohnsteuerhilfe Bayern e. V.) in Dachau. An einigen Aufwendungen rund um eine Geburt kann das Finanzamt durchaus beteiligt werden.

Entbindungskosten etwa werden steuerrechtlich wie Krankheitskosten behandelt. Sie können nach Abzug einer einkommensabhängigen zumutbaren Belastung, und sofern nicht durch die Krankenversicherung abgedeckt, als außergewöhnliche Belastung bei der Steuererklärung angegeben werden. Nicht nur die Unterbringung in einem Krankenhaus, sondern auch die Arztkosten werden in diesem Zusammenhang als besondere Ausgaben angesehen. Aufwendungen für eine Hebamme sind in der Regel absetzbar. Kosten für Arzneimittel können die Steuerschuld mindern, wenn sie ärztlich verordnet wurden. Selbst Ausgaben für Stärkungsmittel, Tees oder Kräutertinkturen erkennt das Finanzamt in diesem Fall an.

Häufig würden junge Eltern vergessen, auch die Fahrten ins Krankenhaus steuerlich geltend zu machen. Anerkannt werden hier in der Regel die Anreise zur Entbindung und die Heimfahrt. Muss das Baby jedoch, etwa nach einer Frühgeburt, länger als die Mutter im Krankenhaus bleiben, so können Besuchsfahrten der Eltern, auch tägliche, sowie etwaige Übernachtungskosten als außergewöhnliche Belastung abgesetzt werden.

Kosten für eine Haushaltshilfe

Manche Eltern suchen sich nach der Geburt eines Kindes, zumindest für eine Zeit lang, externe Unterstützung für den Haushalt. Die Kosten für Haushaltshilfen sind generell von der Steuer absetzbar. Die Aufnahme eines »Au-pairs« in die Familie gilt rechtlich nicht als geringfügige Beschäftigung sondern als Betreuungsverhältnis besonderer Art. Dennoch können in der Regel zwei Drittel der Kosten bis maximal 4.000 Euro pro Kind als Kinderbetreuungskosten abgesetzt werden.

Kindergeld oder Kinderfreibetrag

Frisch gebackene Eltern sollten beides zeitnah beantragen. Der Kinderfreibetrag wird direkt beim Finanzamt eingetragen, der Antrag auf Kindergeld wird bei der Familienkasse der zuständigen Agentur für Arbeit eingereicht. Bereits deutlich vor der Geburt des Kindes sollten werdende Eltern, so sie verheiratet sind, über einen Wechsel der Steuerklassen nachdenken. Die Behörden berechnen das Elterngeld anhand der Höhe des durchschnittlichen Nettoeinkommens in den letzten zwölf Monaten vor der Geburt des Kindes. Je höher das Nettoeinkommen der Person, die zu Hause das Kind versorgt, desto höher fällt demnach auch das Elterngeld aus.

Mehr Infos zum Thema gibt es in den Beratungsstellen der Lohi und unter www.lohi.de.