11.72°C

Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Friday, 20. April 2018 · 01:18 Uhr
 
 
 

Endlich geht es los

Vorfreude auf das neue Hallenbad ist groß

Sichtbare Vorfreude bei (von r.) Architekt W. Gollwitzer, OB Hartmann, Stadträtin I. Sedlbauer, kaufm. Leiter der Stadtwerke Haimerl, Bäder-Chefin B. Kern. (Foto: A. Förster)

»Die Wanne wird zu enge für dieses Kampfgedränge«. Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann bemühte Wilhelm Busch, um den Ist-Zustand des Dachauer Hallenbads zu beschreiben. Zu wenig Platz, zu viele Schwimmer. Doch es ist Land in Sicht – die Rettung naht durch Spatenstich. Der symbolische Akt läutet offziell das Ende des 1972 erbauten »alten« Dachauer Hallenbads ein – und gibt Anlass zur Vorfreude auf ein neues Stück Dachauer Freizeit- und Architektur-Geschichte. Keine Minute zu früh, denn es regnet rein und Wasser läuft in den Keller des Altbaus. Das unpraktische Flachdach muss im Winter vom Schnee befreit werden, so Dachaus Bäder-Chefin, Barbara Kern. So hätte eine überfällige Sanierung des bestehenden Bades nicht viel weniger gekostet als der Neubau. Insgesamt werden es rund 19 Millionen Euro sein, inklusive Sauna und Dampfbad, die in einem zweiten Bau-Abschnitt voraussichtlich in zwei Jahren nach der Fertigstellung des neuen Hallenbads hinzukommen.

Um den Freizeitwert des neuen und größeren Schwimmparadieses zu erhöhen, werden die vorher in einer Abstimmung gesammelten Kundenwünsche umgesetzt: Neben dem Schwimmerbecken mit acht Bahnen wird es eine Röhrenrutsche (die teils nach draußen führt), Sprudelliegen, ein Kinder- und ein Nichtschwimmer-Becken mit Hubboden sowie eine Ruhezone und ein Café geben. Eingebettet in eine ebenso funktionelle wie optisch auffällige Außen- und Innenarchitektur, die Stadtrat Edgar Forster (FW) ironischerweise als »Dachauer Elbphilharmonie« bezeichnet hat. Dachauer Amper-Philharmonie müsste man wohl sagen. Ganz so viel Zeit (und Geld) wird die bauliche Umsetzung gewiss nicht verschlingen, die nun mit dem Erdaushub auf dem 3.300 Quadratmeter großen Gelände an der Ludwig-Dill-Straße beginnt. Da man einen Keller benötige, wird man, so Architekt Wolfgang Gollwitzer aus München, bis zum Grundwasser vordringen müssen, um das Fundament gießen zu können. Das sei mehr oder weniger der aufwändigste Teil der Arbeiten und dauere voraussichtlich bis zum Frühjahr 2018. Während der ersten vier Wochen bleibt das alte Hallenbad aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Rund 235 Kubikmeter Holz für die Dachkonstruktion und 1.600 Kubikmeter Beton und Stahl benötigt der Bau des 95 Meter langen Gebäudes. Die Eröffnung ist für Ende 2019 geplant. Nach einer Testphase, in der der Neubau auf Herz und Nieren geprüft wird, soll die neue Sauna-Landschaft auf dem Gelände des alten Bades entstehen, das dann abgerissen wird. Die Parkplatzsituation bleibt erhalten, das heißt ein kleinerer am Alten Wehr und der nahe gelegene große Parkplatz an der Ludwig-Dill-Straße, der auch das Freibad mit abdeckt. Neben drei großen Bäumen und einigen Büschen mussten die Eisstockschützen vom ESC Dachau weichen, sie haben für ihre Sommerbahnen einen neue Heimat auf dem Gelände des Skateparks in der Kufsteiner Straße gefunden.