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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Saturday, 20. October 2018 · 17:47 Uhr
 
 
 

Das Konzept für Gründerzentrum kommt, das neue Rathaus noch nicht

Stadtrat lehnt Bau der geplanten Rathaus-Zweigstelle am Moorbadgelände vorläufig ab

Die Stadtverwaltung möchte am alten Moorbad ein neues Rathaus errichten. Die Artothek (Hintergrund) würde einem Neubau weichen. (Foto: A. Förster)

Die Idee für ein eigenes Gründerzentrum für Dienstleistungen, Gewerbe und Handwerk sei nicht neu, erinnerte SPD-Fraktionsvorsitzende Christa Keimerl zu Anfang der Hauptausschuss-Sitzung. Deshalb sollte sie endlich umgesetzt werden. Auch wenn die Vorlage der Wirtschaftsförderung zum Thema von mehreren Stadträten, darunter Sabine Geißler vom Bündnis für Dachau (BfD), als »äußerst dürftig« angesehen wurde. Die CSU-Fraktion von Wirtschaftsreferent Florian Schiller mochte nicht widersprechen und so wurde der Antrag von Bündnis, Grünen und SPD, ein Konzept für ein selbst tragendes Gründerzentrum erstellten zu lassen, einstimmig vom Stadtrat angenommen.

Weniger Zustimmung fand der Antrag der ÜB-Fraktion in Person von Stadträtin Ingrid Sedlbauer für eine Filiale des Bürgerbüros im dicht besiedelten Stadtteil Dachau-Ost. Sie hatte dabei die Stadtbücherei am Ernst-Reuter-Platz ins Gespräch gebracht. Das wurde von Hauptamtsleiter Josef Hermann als »aus Datenschutzgründen nicht machbar« eingestuft. BfD-Stadträtin Geißler und CSU-Fraktionssprecher Schiller machten sich für die von Oberbürgermeister Hartmann angeregte »mobile« Lösung stark, in der ein Teil der Bürgerbüro-Angebote an gewissen Tagen in jeweils einem anderen Stadtteil mobil verfügbar wäre. Doch letztlich konnten sich die Stadträte Edgar Forster (FW Dachau) und Christa Keimerl mit ihren Argumenten durchsetzen, dass das Ganze zwar bürgerfreundlich, aber wirtschaftlich nicht finanzierbar sei.

CSU und Bündnis favorisieren Wiesböck-Gelände

Ebenfalls abgelehnt wurde der Antrag der Stadt auf Neubau des Rathauses am Moorbadgelände respektive Max-Mannheimer-Platz. Nach ausgiebiger Diskussion war eine Mehrheit der Stadträte dafür, die zweite Option, ein Neubau am stadteigenen »Wiesböck-Gelände« auf der anderen Seite der Münchner Straße in unmittelbarerer Ampernähe nochmal eingehend auf Machbarkeit zu prüfen. Damit verzögert sich die von der Stadt dringend benötigte Erweiterung und der fest geplante Umzug des Bürgerbüros um weitere Monate.

Beinahe zur Farce geriet die Diskussion um den bereits beschlossenen Ersatzneubau der Georg-Scherer-Halle beim ASV Dachau: Braucht man nun eine Maximallösung mit einer Tribünen für bis zu 2.500 Zuschauer, oder reicht die Minimalvariante von bis zu 1.500. Vor allem die stets auf die Kosten bedachte CSU machte sich für die Minimallösung stark, während die SPD, Oberbürgermeister Hartmann sowie ASV-Geschäftsführer Andreas Wilhelm als externer Experte dafür plädierten, die Maximallösung inklusive mehrerer neuer Räume in einem Bebauungsplan festzuhalten und planerisch prüfen zu lassen. Warum müsse man eine neue Turnhalle für die Betreuung von Kindern der Ganztagesgrundschule Dachau-Süd mit einplanen, wo es diese Schule noch gar nicht gebe, noch nicht mal einen Beschluss dazu, so der Tenor der CSU. Rund eine Stunde wurde darüber – zum Teil recht emotional – diskutiert, schließlich einigte man sich auf eine Neuformulierung im Antrag: »Folgende Räume werden als modulare Bestandteile in ihrer Maximalvariante der Planung zugrunde gelegt...« Der Begriff »modular« bedeutet hier, dass dann nicht alles auf einmal gebaut wird/werden muss, sondern man je nach Bedarf entscheiden kann, wann welche einzelnen Räume und Hallen aus dieser großen Liste gebaut werden. Damit konnten dann alle leben.