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Friday, 22. February 2019 · 01:31 Uhr
 
 
 

2000. Patientin im Klinikum

Fokussierter Ultraschall hilft Frauen aus aller Welt

Im Helios Amper-Klinikum wurde der 2000. Patientin mit einem besonders schonenden Verfahren ein gutartiger Tumor aus der Gebärmutter entfernt – ohne Operation. Immer mehr Frauen vertrauen auf diese Therapieform, die mit fokussiertem Ultraschall arbeitet.

Die Patientinnen kommen aus Europa und Übersee. Als eine der ersten Einrichtungen in Deutschland startete das FUS-Center am Amper-Klinikum Dachau im Juni 2008. Jetzt begrüßte Dr. med. Matthias Matzko, Chefarzt Diagnostische und Interventionelle Radiologie, die 2000. Patientin mit einem großen Blumenstrauß. Sie war für die Behandlung aus Passau angereist.

Gutartige Tumore an der Gebärmutter, auch Gebärmuttermyome genannt, können mit einem Magnetresonanztomographie-gesteuerten fokussierten Ultraschall (MRgFUS) schmerzarm und ambulant entfernt werden. »Diese Methode eignet sich oft für Frauen mit Kinderwunsch«, erklärt Dr. med. Matzko, der das FUS-Center am Klinikum Dachau leitet. Frauen mit Myombeschwerden können sich dort beraten lassen, ob und inwieweit diese Therapie für sie in Frage kommt. »Unsere Patientinnen kommen aus der ganzen Welt«, berichtet Dr. med. Matzko. So lassen sich Frauen aus Europa, aber auch aus Australien, Brasilien, China, Kanada, Malaysia, Neuseeland, Russland, Thailand und den USA im FUS-Center behandeln. Gezielte Bündelung von Ultraschallwellen Die Vorteile: keine Vollnarkose, keine Operation und keine Narbe. Die ambulante Behandlung dauert zwischen zwei und vier Stunden.

»Durch die gezielte Bündelung von Ultraschallwellen im Innern des Körpers kann das Myom punktgenau erhitzt werden, wodurch die Geschwulst eingeschmolzen und zerstört wird«, erklärt der Chefarzt. »Das umliegende Gewebe bleibt verschont und unverletzt.« Das Myom schrumpft und bereitet keine weiteren Beschwerden mehr, das abgestorbene Gewebe baut sich im Laufe der kommenden Wochen selbständig ab.

MRgFUS besteht aus hochenergetischem Ultraschall gekoppelt mit Magnetresonanztherapie als therapiebegleitende Bildgebung (MRT). Die MRT-Aufnahmen erzeugen ein dreidimensionales Bild des Tumors in der Gebärmutter. Anhand dieses Bildes wird die Behandlung geplant und durchgeführt. Der Therapiefortschritt kann in Echtzeit überwacht werden. Etwa 20 bis 40 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter haben Myome, rund ein Drittel der Betroffenen haben Beschwerden, die eine Myom-Behandlung erforderlich machen. Diese Geschwulst kann sehr klein sein, aber auch auf die Größe einer Honigmelone heranwachsen. Oft treten mehrere Myome gleichzeitig auf. Typische Symptome sind eine lange Regelblutung, Druck auf der Harnblase oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.