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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Tuesday, 21. August 2018 · 08:26 Uhr
 
 
 

»Sie haben es wieder getan!«

Volleyball-Senioren holen sich dritten Deutschen Meistertitel

Der Kader des neuen Deutschen Volleyball-Meisters Ü41 vom ASV Dachau: Wolfgang Bayer, Andreas Boettcher, Oliver Dieterle, Sven Dörendahl, Carsten Florstedt, Erich Gampenrieder, Christian Lippert, Andreas Meiser, Heiko Müller, Christian Petsch, Peter Pittner, Stefan Pomerenke, Mike Raddatz, Andreas Scheuerpflug, Torsten Schulz und Oliver Wettstädt. (Foto: ASV/Birga Herzum)

In Berlin setzten sich Kapitän Stefan Pomerenke & Co bei den Über-41-Jährigen gegen elf weitere Teams durch. Der Senioren-Nachwuchs des ASV landete in der jüngsten Altersklasse Ü35 auf Platz acht.

Gestartet sind die späteren Deutschen Meister erst einmal gar nicht meisterlich: Im ersten Gruppenspiel kassierte der Bayerische Meister gegen die TVG Holsterhausen eine 1:2-Niederlage. »Das war ein ziemlich gnadenloses Spiel, wir haben komplett ohne Annahme gespielt«, fand Außenangreifer Wolfgang Bayer, der seit Jahren die Senioren des ASV zusammenorganisiert. Dieses Jahr hatte er 16 Zusagen für die Ü41-Männer, was ganz unbekannte Luxusprobleme bescherte: Es mussten für jede Partie Spieler gestrichen werden. »Doch das gut funktioniert, keiner war bockig, wenn er nicht spielen konnte. Wir waren wirklich eine Mannschaft, das hat – unabhängig vom Ergebnis – riesig Spaß gemacht«, hebt Kapitän Stefan Pomerenke den Teamgeist hervor. Das Rotationsprinzip hatte zudem den Vorteil, dass der ASV neben Kraftreserven auch einen Coach hatte, denn Peter Pittner hatte spontan aufs aktive Spielen verzichtet und war auf die Bank gewechselt.

Doch auch im zweiten Spiel musste er zunächst mit ansehen, wie seine Männer ihre Medaillenambitionen beinahe begraben hätten. Nach erneutem Rückstand erkämpften sie sich den ersten Satz gegen Süd-Meister Offenburg noch knapp. Ab da lief es, auch weil Erich Gampenrieder auf der Liberoposition ein überzeugendes Debüt gab und gemeinsam mit Pomerenke und Torsten Schulz Annahme und Defensive immer besser organisierte. Dank freundlicher Unterstützung der Gruppe wurde der ASV sogar noch Gruppensieger, konnte sich im Überkreuzspiel gegen den Rissener TV einen unnötigen Satzverlust leisten und zog dennoch sicher ins Halbfinale ein.

Doch vor dem Finaltag steigt traditionell die Players Party der Deutschen Meisterschaften, mit 126 Mannschaften aus zwölf Altersklassen bei Senioren und Seniorinnen ein Riesenevent. Das Fest zu gewinnen, war also eine echte Herausforderung. Die überließen die Dachauer anderen und hatten daher am Sonntagvormittag gegen Energie Cottbus auch keine großen Fitnesseinbußen zu beklagen. Zwar dominierte der Nord-Ost-Meister das Einschlagen klar, doch dann lieferten die ASV-Männer ihr wohl bestes Spiel des Turniers ab. Nach verlorenem ersten Satz gab es ein kompromissloses Comeback: Mit Andreas Boettcher auf seiner angestammten Mittelblockposition, Oliver Dieterle im Zuspiel und Pomerenke auf Außen im Gnadenlos-Modus zog der ASV mit zwei deutlichen Satzerfolgen ins Finale ein.

Dort wartete mit dem TUB Bocholt der Meister West, doch da die Dachauer einfach da weitermachten, wo sie im Halbfinale aufgehört hatten, war auch das Finale schnell erledigt und es konnte zum Jubelteil übergegangen werden. Der war allerdings der einzige Schwachpunkt des Turniers, weil die Siegerehrung diesmal nicht zentral mit allen Mannschaften, sondern in den jeweiligen Spielhallen stattfand. »Das war Schade, denn so geht das Meisterschaftsgefühl schon ein wenig verloren«, meint Wolfgang Bayer, der sich da gerne an seinen letzten Titelgewinn in der vollen heimischen Scherer-Halle erinnert.