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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Thursday, 15. November 2018 · 10:19 Uhr
 
 
 

»Pestizidfreie Kommune ist möglich«

Umweltstaatssekretär zu Besuch bei OB Hartmann

Florian Pronold, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, besuchte Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann. (Foto: OH)

Die Streuobstwiese beim Windrad in Etzenhausen ist, wie alle anderen städtischen Flächen, pestizidfreie Zone. Auch auf den neu von der Stadt extern verpachteten Flächen dürfen keine chemischen Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat oder Neonikotinoide mehr verwendet werden. Das hat der Stadtrat beschlossen und Dachau damit in Bayern zu einem Vorreiter für den Verzicht von Unkrautvernichtern gemacht, die der Umwelt – und direkt oder indirekt auch dem Menschen – schaden.

Diese Vorreiterrolle nahm Umweltstaatssekretär Florian Pronold (SPD) zum Anlass, der Stadt einen Besuch abzustatten und die Streuobstwiese zusammen mit Parteikollege Florian Hartmann in Augenschein zu nehmen. Die Blühwiese mit ihren zahllosen bunten Wildblumen ist ein Paradies für Insekten und in ihrer Art, vor allem ungemäht, eine Seltenheit in der heutigen Zeit. Das ließ sich unschwer mit einem Blick auf das landwirtschaftlich kultivierte Umfeld erkennen: Monokulturen so weit das Auge reicht, für Insekten, insbesondere Bienen, gibt es da so gut wie nichts zu holen.

Pronold: »Das Beispiel Dachau zeigt: Die pestizidfreie Kommune ist möglich«. Mit Hartmann war er sich einig: Das Verbot von Glyphosat & Co. müsse nun auch bundesweit gesetzlich geregelt werden. »Das Umweltministerium setzt sich für einen grundsätzlichen Ausstieg aus Glyphosat bis zum Ende dieser Legislaturperiode ein. Daher sind uns die Erfahrungen der Landwirte und Kommunen, die sie beim Vermeiden von Pestiziden machen, sehr wichtig.«

In Dachau werden störende Pflanzen zum Beispiel auf Gehwegen oder öffentlichen Eingangsbereichen abgeflammt, mechanisch oder mit Kehrmaschinen beseitigt.