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Kurier Dachau - Das Wochenblatt für Dachau
 
Saturday, 24. August 2019 · 07:00 Uhr
 
 
 

»Packen wir's also an«

Gerda Hasselfeldt im Gespräch mit dem GPA Dachau Fürstenfeldbruck

Bundestagsabgeordnete Gerda Hasselfeldt erstattet vor dem gesundheitspolitischen Arbeitskreis unter Vorsitz von Stefan Klose Bericht über Neuerungen in der Gesundheitspolitik. (Foto: Bastian Brummer)

»Ein gesunder Mensch hat tausend Wünsche, ein kranker hingegen nur einen einzigen«, eröffnete Stefan Klose, Vorsitzender des »Gesundheitspolitischen Arbeitskreises Dachau Fürstenfeldbruck« den Diskussionsabend am vergangenen Mittwoch, den 29. Juni im Gasthof Groß in Bergkirchen. Die Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Dachau-Fürstenfeldbruck, Gerda Hasselfeldt, war aus Berlin angereist, um den zahlreich erschienenen Mitgliedern des Arbeitskreises Bericht zu erstatten.

In Zeiten der Flüchtlingskrise, des britischen Austrittes aus der Europäischen Union oder des Islamischen Staates wirke es schon fast exotisch, so Hasselfeldt, eine bloße Veranstaltung zum Thema Gesundheit auszurichten. Dennoch bekräftigt die Abgeordnete, dass eben diese Thematik eine elementare sei, welche nicht nur Bund und Länder, sondern vor allem auch den Landkreis und die Kommunen beträfe und auch in Zukunft beschäftigen würde.

Sie rühmt den medizinischen Fortschritt wie das Gesundheitsniveau in Deutschland. Die Bereitschaft der Mediziner, sich in ihrer Arbeit auf neueste Forschungsergebnisse zu stützen und modernste Technologien zu verwenden sei wohl europa- wenn nicht sogar weltweit beispiellos. Doch auch Pflegekräften spricht Hasselfeldt ihren Respekt aus und lobt  den Einsatz, der bereits auf den ersten Ebenen im Gesundheitssystem geleistet würde. Im Laufe der vergangenen Legislaturperiode wurde aus diesem Grund auch das dritte Pflegestärkungsgesetz verabschiedet.

Trotz des großen Lobes auf das deutsche Gesundheitssystem möchte Hasselfeldt die Augen für die Vielfalt der Probleme öffnen, denen man sich hier noch zu stellen hätte.

So waren große Themen des Abends die bis heute kontrovers diskutierte Bürgerversicherung oder die elektronische Gesundheitskarte, an der bereits seit Jahren gearbeitet würde. Auch eine allgemeine Ausbildung im medizinischen Bereich wurde im Gasthof Groß wie in Berlin lautstark diskutiert.

Auch Thematiken wie eine kommunale Selbstbestimmung, Land- und Dorfärzte, sowie Pflegeheime in den einzelnen Dörfern als Gegenbewegung zu einer Zentralisierung der Pflegeeinrichtungen wurden angesprochen. Wieder anderen Teilnehmern lag eine frühere Prävention am Herzen. Schon Kinder sollten gesund aufwachsen und auf ein gesundes Leben vorbereitet werden.

Bernhard Seidenath, gesundheitspolitischer Sprecher des bayerischen Landtages und dritter im Bunde auf dem Podium, versicherte, dass man sich sorgfältig Gedanken machte: »Hier wird nichts Hals über Kopf entschieden. Wir arbeiten nicht obeflächlich«. Seidenath sprach sich auch für eine stärke Interessensvertretung und bessere Bezahlung, sowie Wertschätzung der Pflegeberufe aus und lobte auch privates und überberufliches Engagement zahlreicher Pfleger, bei denen er sich für diesen »Akt gelebter Nächstenliebe« bedankte.

Tatsächlich bestand Redebedarf am vergangenen Mittwoch, an dem die Diskussion an keinem Punkt enden wollte und auch Stefan Klose bekräftigte am Ende des Abends noch einmal: »Es gibt definitv viele Baustellen, an denen wir arbeiten müssen. Packen wir's also an.«